Die Stadt Herne rechnet für die Cranger Kirmes vom ersten Veranstaltungstag am Donnerstag, 6. August, bis zum Sonntagabend, 9. August, mit insgesamt rund 1,6 Millionen Besuchern. Das Kirmesgelände am Rhein-Herne-Kanal ist etwa elf Hektar groß.

Am Donnerstag kamen rund 200.000 Menschen und damit mehr als im Vorjahr. Für Freitag und Samstag wurden zusammen etwa 875.000 Besucher gezählt. Am Sonntag war der Kirmesplatz bereits zur Mittagszeit bei hochsommerlichen Temperaturen sehr gut besucht.
Auch der Festumzug stieß auf große Resonanz. Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla erklärte dazu: „Die Besucherzahl des Festumzugs der Cranger Kirmes sucht Ihresgleichen“.
Zur bisherigen Veranstaltung zog Burbulla eine positive Zwischenbilanz: „Rückblickend auf die ersten drei Kirmestage haben wir einen hervorragenden Eindruck“. Zur Eröffnungsfeier am Freitag sagte er: „Die gelungene Eröffnungsfeier im Festzelt war hochkarätig, ein bestens gelaunter OB hat die Stimmung vorgegeben, Gesundheitsminister Laumann stimmte mit ein. Er ließ sich dazu hinreißen, den Wert geselligen Biertrinkens für die Psyche herauszustellen, und The BossHoss waren für die Cranger Kirmes Champions League“. Für Burbulla gehörte der Auftritt zu den besten der vergangenen Jahre.

Foto: Stadtmarketing Herne / Björn Koch
Die Ursprünge der Cranger Kirmes wurden beim traditionellen Pferdemarkt dargestellt. Dieser erhielt in diesem Jahr ein überarbeitetes Konzept und dauerte vier Tage. „Was wir dort gesehen haben, war hochprofessionell und eine deutliche Aufwertung der Veranstaltung“, sagte Burbulla.
Auch mit der Platzgestaltung zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden. „Alle Neuheiten sind in diesem Jahr gut platziert. Besonders die Geisterbahn Diablos Residenz, die im vergangenen Jahr nicht mehr rechtzeitig für Crange fertig geworden ist, läuft sichtlich gut“, sagte Tibo Zywietz, stellvertretender Fachbereichsleiter Öffentliche Ordnung.
Auch das neue Cranger Weinzelt mit begleiteten Weinproben und Club-Nights mit DJ-Musik werde gut angenommen. Metzgermeister Miske, der am Mittwoch mit dem Schausteller-Award „Bester auf Crange“ für das Vorjahr ausgezeichnet worden war, habe von zusätzlichem Zulauf neugieriger Neukunden berichtet.
Der Musikexpress „Disco Jet“ steht in diesem Jahr an einer neuen Stelle. Auch die Hauptstraße wurde nach Einschätzung der Veranstalter durch das Riesenrad „High Sky“ und das daneben platzierte Kinderfahrgeschäft „Brunos freche Fahrt“ aufgewertet. „Wir haben keinerlei Lücken und eine ausgewogene Verteilung der hohen und niedrigen Fahrgeschäfte“, erklärte Zywietz. Er dankte außerdem den Schaustellern, die mit ihren Zugmaschinen bei der Absicherung des nach seiner Einschätzung „absolut rekordverdächtigen“ Festumzugs geholfen hatten.

Die Polizei verzeichnete in den ersten drei Kirmestagen insgesamt 72 Einsätze. „Das waren aber eher keine reißerischen Geschichten, sondern Vermisstensuchen oder Hilfegesuche“, sagte der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Derks, Einsatzleiter der Polizei auf der Cranger Kirmes.
Sechs Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Dabei spielten nach Angaben der Polizei Alkohol und aggressives Verhalten eine Rolle. „Angesichts der Besucherzahl und des dreitägigen Zeitraums ist das keine besondere Zahl“, erklärte Derks.
Darüber hinaus registrierte die Polizei 15 Körperverletzungen sowie vier Widerstandshandlungen gegen Beamte. Eine davon ereignete sich am Samstag während des Festumzugs. „Der Umzug hatte einen Familiencharakter und der Widerstand wurde schnell gebrochen“, sagte Derks.
Insgesamt kam es zu zwei Unfällen. Bei einem davon fuhr ein E-Scooter-Fahrer auf dem Kirmesplatz ein Kind an, das leicht verletzt wurde. Derks wies darauf hin: „Auf dem Platz ist es verboten, E-Scooter oder Fahrrad zu fahren. Es gehört zum gesunden Menschenverstand, zu erkennen, dass so etwas gefährlich ist“.
Dr. Christian Märkert, Leiter der Berufsfeuerwehr Herne, äußerte sich positiv über den Einsatz des Mottowagens von Jacques Tilly beim Festumzug. Dieser warb für Respekt gegenüber Einsatzkräften und nahm anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Löschzuges Eickel der Feuerwehr Herne am Umzug teil.
„Wir haben viel positives Feedback erhalten, sehen die Aktion aber leider auch mit einem weinenden Auge, dass es überhaupt in der Gesellschaft thematisiert werden muss“, sagte Märkert. Auf der Cranger Kirmes selbst habe es bislang keine Übergriffe auf Einsatzkräfte gegeben.
Zu einem Einsatz kam es am Samstag in der Nähe der Kirmes, nachdem gemeldet worden war, Personen seien in den Rhein-Herne-Kanal gesprungen und eine Person nicht wieder aufgetaucht. Diese Meldung stellte sich nach Angaben der Feuerwehr als falsch heraus. „Für uns stellt sich das klar als Missbrauch des Notrufs dar“, sagte Märkert. Weiter erklärte er: „Ansonsten haben wir kirmesübliche Einsätze, aber keine Besonderheiten erlebt. Dankbar sind wir für die große Unterstützung des DRK mit den vielen ehrenamtlichen Helfern.“
Das Deutsche Rote Kreuz verzeichnete bislang 124 Hilfeleistungen. „Aus Sicht des DRK haben wir eine ganz normale Kirmes erlebt“, sagte DRK-Einsatzleiter Benedikt Harting. Wegen der höheren Temperaturen und der langen Aufenthaltsdauer beim Festumzug und auf dem Kirmesgelände traten häufiger Kreislaufprobleme auf. „Viel trinken ist gerade bei heißeren Temperaturen wichtig. Dafür gibt es auf dem Platz u. a. zwei Trinkwasserspender“, erklärte Harting.
Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e. V., hob die Bedeutung von Respekt hervor und dankte den Einsatzkräften, „dass wie hier die Alltagssorgen vergessen können“, und dafür, dass alle Beteiligten, die zum Gelingen der Cranger Kirmes beitragen, „sich hier freuen, ihren Dienst zu tun und dies immer mit einem Lächeln. Das Wir-Gefühl, das hier gelebt und gefeiert wird, macht Crange zu meiner Heimat- und Lieblingskirmes“.
Patrick Arens, Präsident des Bundesverbands für Schausteller und Marktkaufleute, berichtete ebenfalls positiv über den Festumzug: „Beim Absichern des Festumzugs habe ich rundum tolle Gespräche geführt und auch das eine oder andere Hallo von Bekannten aus Dortmund gehört“. Nach seiner Einschätzung besitzt der Umzug inzwischen eine Bedeutung über Herne hinaus. Zu den Geschäften auf dem Kirmesplatz sagte Arens: „Durch die Temperaturen erleben die Verkaufsstände ein gutes Jahr. Die Leute kommen früher, bleiben länger, und wir haben hier ein vielfältiges Angebot.“

Foto: Stadtmarketing Herne / Markus Reddig
Ob das Abschlussfeuerwerk am Sonntag, 16. August, um 22.30 Uhr wie geplant stattfinden kann, soll erst am Veranstaltungstag vor Ort entschieden werden. Feuerwehrchef Märkert erklärte mit Blick auf das Eröffnungsfeuerwerk: „Beim Eröffnungsfeuerwerk sind wir an unsere Schmerzgrenze gegangen“.
Für die Feuerwehr ist dabei entscheidend, ob im Ernstfall schnell genug reagiert werden kann. Märkert erläuterte: „Nach der 30er-Regel kann bei einer Wetterlage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius, einer Windgeschwindigkeit über 30 km/h und einer Luftfeuchtigkeit unter 30 % ein Feuerwerk nicht abgefeuert werden.“
Die Cranger Kirmes 2026
- Die Cranger Kirmes 2026
- 06. August bis 16. August
- 1. Kirmestag: Donnerstag, 06. August, ab 13 Uhr
- Feierliche Eröffnung mit Fassanstich: Freitag, 7. August, ab 14 Uhr
- musikalischer Stargast: The BossHoss
- Festumzug der Cranger Kirmes: Samstag, 8. August
- Familienkirmes Crange: regelmäßig rund ein Dutzend Fahrgeschäfte speziell für Kinder
- DSB-Präsident Albert Ritter: „Crange ist die größte Familienkirmes Deutschlands!“
Quelle/Bild: Stadtmarketing Herne GmbH
Pressemitteilung vom 09.08.2026
Angaben ohne Gewähr!
[Dieser Beitrag wird am Montag, 17. August 2026 von unserer Webseite automatisch gelöscht.]

Schreibe einen Kommentar