Roncalli tauft Elektrolok „Zippo“ für den Circus-Sonderzug

5. August 2026 ,

Das Circus-Theater Roncalli hat eine eigene Elektrolokomotive für seinen Sonderzug erhalten. Am 5. August 2026 tauften NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sowie Roncalli-Gründer und -Direktor Bernhard Paul die Lokomotive 185 537 im Kölner Hauptbahnhof auf den Namen „Zippo“. Die Zeremonie begann um 12.03 Uhr auf Gleis 1 vor der Kulisse des Kölner Doms.

Die Lokomotive trägt das Bild der Clownfigur Zippo, mit der Bernhard Paul über Jahrzehnte in der Roncalli-Manege auftrat. Sie ist ein Geschenk des Logistikdienstleisters RailBavaria zum 50-jährigen Bestehen des Circus-Theaters.

Taufe der Lok – Bernhard Paul und Ministerin Mona Neubaur.
(Bild: © Patric Fouad)
Handsignierte Lok ‚Zippo‘ kurz nach der Taufe.
(Bild: © Patric Fouad)

Künftig soll die Elektrolok die historische Roncalli-Circusstadt durch Europa ziehen und dabei möglichst mit Ökostrom betrieben werden. Roncalli verbindet damit seine traditionelle Form des Reisens mit einer zeitgemäßen und klimafreundlicheren Mobilität.

Während die meisten reisenden Circusunternehmen ihre Zelte und Ausrüstung inzwischen mit Lastwagen transportieren, fährt Roncalli weiterhin mit einem Sonderzug von einem Gastspielort zum nächsten. Das Unternehmen gilt damit in Europa, vermutlich sogar weltweit, als letzter reisender Circus, der diese Form des Transports nutzt.

Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war es für große Circusunternehmen üblich, mit der Eisenbahn zu reisen. Mit dem Ausbau des Straßennetzes verlor diese Transportform jedoch an Bedeutung. Roncalli hielt an der Bahnreise fest, weil sie bis heute zur Unternehmensphilosophie gehört.

Zum Sonderzug zählen zahlreiche historische Wagen aus der Sammlung von Bernhard Paul. Viele von ihnen wurden über mehrere Jahre in den eigenen Werkstätten restauriert. Sie werden weiterhin als Wohnwagen, Arbeitsräume und Materialwagen genutzt.

Die frischgetaufte Lok ‚Zippo‘ kurz vor der Abfahrt.
(Bild: © Patric Fouad)
Bernhard und Eliana Paul vor der Zippo-Lok
(Bild: © Patric Fouad)

In rund 80 historischen Circuswagen werden das himmelblau-weiße Chapiteau, Requisiten, technische Ausrüstung, die Clownsgarderobe und das Café des Artistes transportiert. Außerdem bieten die Wagen Platz für alles, was die mehr als 100 Künstlerinnen, Künstler und Mitarbeitenden während der Vorstellungen und ihres Aufenthalts am jeweiligen Gastspielort benötigen.

Der vollständige Zug kann bis zu 1.100 Meter lang sein und rund 1.800 Tonnen Ladung befördern. Auf diese Weise wird eine vollständige Circusstadt auf der Schiene von Ort zu Ort gebracht.

Bernhard Pauls Kindheitstraum vom „schönsten Circus der Welt“ begann vor 50 Jahren in Nordrhein-Westfalen. Der aus Österreich stammende Circusdirektor setzte seine Idee trotz zahlreicher Widerstände um und entwickelte das Circus-Theater Roncalli zu einem international erfolgreichen Unternehmen. Kennzeichnend sind bis heute das historische Ambiente, moderne Artistik und humorvolle Inszenierungen.

Im Jahr 1986 reiste Roncalli als erster deutscher Circus und als Kulturbotschafter des Landes Nordrhein-Westfalen zu einem Gastspiel nach Moskau. Auch diese Reise erfolgte mit dem Zug.

Ministerin Mona Neubaur erklärte bei der Taufe:

„Was mich an Bernhard Paul, seiner Familie und dem gesamten Team des Circus Roncalli so begeistert, ist: Jede Geschichte, die Bernhard Paul mit seinem Circus erzählt, beginnt mit einem Kind voller Fantasie, das sich vorstellt, wie es wohl wäre, wenn. Und er ist der lebende Beweis dafür, dass man es schaffen kann, wenn man sich anstrengt – und sicherlich auch ein wenig Glück im Leben hat. Und dass man das Ganze auch nachhaltig denken kann, sodass die Menschen sagen: Da will ich bleiben.“

Die „Zippo“-Lok soll künftig auch als Modelleisenbahn erhältlich sein. Zur Taufe übergab Märklin Bernhard Paul das erste Handmuster mit Probedruck.

Der Circusdirektor sagte dazu:

„Das fühlt sich an wie die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.“

An der Jungfernfahrt nahmen zahlreiche Ehrengäste teil. Sie fuhren im historischen Panoramawagen des Freundeskreises Eisenbahn Köln e. V. mit. Nach einer Ehrenrunde um den Kölner Dom machte sich der Sonderzug auf den Weg in Richtung Süden.

Mit dieser Fahrt begann zugleich die zweijährige Jubiläumstournee des Circus-Theaters Roncalli. Die nächsten Gastspielorte sind Ludwigsburg, Wien, Innsbruck und Linz.

Die Elektrolokomotive 185 537 wurde 2004 von Bombardier gebaut. Sie verfügt über eine Dauerleistung von 5.600 Kilowatt, was etwa 7.614 PS entspricht. Ihre Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 Kilometer pro Stunde. Die Anfahrzugkraft liegt bei 300 Kn, das Dienstgewicht bei 84 Tonnen.


Quelle/Bildnachweis: Circus Roncalli GmbH
Pressemitteilung vom 05.08.2026


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

[Dieser Beitrag wird am Donnerstag, 31. Dezember 2026 von unserer Webseite automatisch gelöscht.]